Sicherheitsklassen bei Profilzylindern

ProfilzylinderEs ist noch gar nicht allzu lange her, dass gerade in ländlichen Regionen Haustüren überhaupt nicht abgeschlossen wurden. Das Vertrauen untereinander war groß. Trotz offener Tür kam nichts weg.
Heute denkt man gerne an die „gute alte Zeit“ zurück. Die Zeiten haben sich geändert. Nirgendwo ist man mehr vor Einbrechern sicher, die Türen sind selbstverständlich gut zu sichern.

Die alten Schlösser, die man mit einem Dietrich öffnen konnte, genügen den Sicherheitsanforderungen nicht mehr. Ratsam ist der Einsatz von hochwertigen Profilzylindern. Daher sollte man wissen, was unabhängige Experten empfehlen.

Sicherheitsempfehlungen

Profilzylinder werden vom Deutschen Institut für Normung (DIN) genormt. Die Empfehlungen der Polizei gehen dahin, dass die eingesetzten Profilzylinder natürlich zuerst einmal den  DIN-Normen entsprechen müssen und mindestens über einen Bohrschutz (BS) gegen mechanische Angriffe verfügen sollten. Zusätzlich sollte ein Schutzbeschlag der Widerstandsklasse ES 1 oder höher mit Zylinderabdeckung (Ziehschutz) installiert werden, um eine Grundsicherung herzustellen. Falls kein Schutzbeschlag mit dieser Eigenschaft verfügbar oder installierbar ist, sollte der Profilzylinder selbst über einen Ziehschutz verfügen.

Für Türen mit Sicherheitsaufgaben sollte man Profilzylinder der Angriffswiderstandsklassen 1 oder 2 erwerben. Bei älteren Zylindern entspricht das den Klassifizierungen P2 oder P 3.

Die unabhängige Institution VdS (Vertrauen durch Sicherheit) verleiht Profilzylindern, die bestimmte Kriterien erfüllen, das VdS-Prüfsiegel. Ins Blickfeld rücken vor allen Dingen die Klassen A, B, B+ und C.

Sicherheitsklasse 1

Die geringste Sicherheit bieten Profilzylinder der Sicherheitsklasse 1. Diese Zylinder sind für Türen mit einer hohen Sicherheitsanforderung wie Haustüren oder Wohnungstüren in Mehrfamilienhäusern mit allgemeinem Zugang nicht geeignet. Da sie von geübten Einbrechern leicht zu öffnen sind, kommen sie bestenfalls innerhalb einer Wohnung und ansonsten bei Zwischentüren in Betracht. Es gibt diese Zylinder auch mit einer so genannten Codekarte. Dadurch ist ein leichtes Nachbestellen von Schlüsseln oder auch des Zylinders möglich.

Sicherheitsklasse A

Die nächst höhere Sicherheitsklasse ist die Klasse A. Zylinder dieser Klasse müssen gemäß den Vorschriften der Versicherungen über mindestens fünf Sperrstifte verfügen. Diese Stifte verhindern ein Drehen des Zylinderkerns, falls ein falscher Schlüssel verwendet wird, der zwar das gleiche Profil, aber einen anderen Schließungscode hat. Weiterhin ist vorgeschrieben, dass mindestens 30.000 verschiedene Schließmöglichkeiten gegeben sein müssen. Bei fünf Sperrstiften und acht verschiedenen Kernstiftlängen gibt es acht hoch fünf, das sind 32.768 Schließmöglichkeiten. Moderne Zylinder haben neun verschiedene Kernstiftlängen, was bei fünf Sperrstiften bereits 59.049 Möglichkeiten ausmacht. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand zufällig den passenden Schlüssel zu einem anderen Schloss hat, ist sehr gering. Bei dieser Sicherheitsklasse ist ein Bohrschutz von mindestens drei Minuten vorgeschrieben. Das bedeutet, dass ein Bohrversuch drei Minuten lang ohne Erfolg sein muss. Genauso lang ist die vorgeschriebene Ausziehfestigkeit mit einer Kraft von mindestens 15.000 Newton. Normale Haustüren sind die übliche Anwendung in dieser Sicherheitsstufe.

Sicherheitsklassen B und B+

Bei der Sicherheitsklasse B sind mindestens sechs Sperrstifte vorgeschrieben mit mindestens 100.000 Möglichkeiten der Schließung, wobei es in diesem Fall bei acht Kernstiftlängen 262.144 Möglichkeiten gibt. Für Bohrschutz und Ausziehfestigkeit sind jeweils sechs Minuten vorgeschrieben. Es ist hier bereits eine sehr hohe Sicherheit gegeben.

Die Klasse B+ unterscheidet sich von der Klasse B nur dadurch, dass für die Nachbestellung die Legitimität nachgewiesen werden muss.

Sicherheitsklasse C

Die höchste Sicherheit wird durch Profilzylinder der Sicherheitsklasse C geboten. Es sind in der Regel elektronische Schließzylinder. Ähnlich einer Wegfahrsperre bei einem PKW spielen hier mechanische und elektronische Elemente zusammen. Der Schlüssel trägt eine elektronische Codierung, nur wenn diese mit den mechanischen Komponenten kooperiert, kann das Schloss geöffnet werden. Nach heutigem Stand der Technik ist das die größtmögliche Sicherheit.

Weiterführende Informationen:

http://www.reiche-sicherheit.net/schliesszylinder-profilzylinder

Auf der Webseite http://www.vds-home.de/einbruch-diebstahl/schliesszylinder/ wird zusätzlich auf eine Sicherheitsklasse VdS-Home (VdS H) aufmerksam gemacht, die auf eine Eignung des Profilzylinders besonders für den hemischen Bereich hinweist.

Von der Vielfalt der Abkürzungen sollte man sich beim Kauf nicht irritieren lassen. Achten Sie auf anerkannte Prüfsiegel, Bohr-und Ziehschutz (BZ) und eine möglichst hohe Sicherheitsklasse, wenn Sie Profilzylinder zur Absicherung Ihres Eigentums erwerben möchten.